Hofnamen sind ein Zeugnis für die Besiedlungsgeschichte einer Region. „Da Weife" leitet sich vom Vornamen des ersten bekannten Bewohners ab — Wolfgang Eham. Wie der Michlbauer von Michael und der Hanslbauer von Hans entstanden ist, so ist der Wölflbauer vom Vornamen Wolfgang geprägt.
Zeitstrahl
Erste Nennung
Wolfgang Eham, Sixtus Eham u. a. — der Familienname Eham (Alham) hält sich über 350 Jahre auf dem Hofgut.
Neuerrichtung
Errichtung der heutigen Hofstelle nach längerer Friedenszeit, vermutlich auf einer älteren Hofstelle.
Im Erdgeschoss war die offene Koch- und Feuerstelle in der
Mitte des Wohngebäudes eingerichtet.
Der Rauch wurde in die sogenannte Rauchhurre abgeleitet. Sie
führte den Rauch durch das
Obergeschoss unter das Dach des Kaltluftspeichers. Die
historischen First- und Mittelpfetten und
der Dachstuhl zeigen eine deutliche Rußschwärzung. An der
Stelle steht heute ein Kamin. Die
Bauernstube war wahrscheinlich schon immer im Südosten des
Gebäudes. Es war vermutlich in der
nordwestlichen Ecke des Raums bereits eine Art Kachelofen
vorhanden, der Rauch wurde über die
vorhandene Rauchhurre abgeführt. Damit war die Stube
rauchfrei.
Die Balkenlage im Nordteil im Erdgeschoss lässt darauf
schließen, dass die Wandpositionen anders
waren. Der nördliche Fletz war größer. Um die größere Last der
oberen Kammern zu tragen,
wurden erheblich mehr massive Balken eingelegt als im
Südteil.
Die meisten Böden im Erdgeschoss waren vermutlich aus breiten
Holzdielen. Der Vorraum der
Feuerstelle hatte aus Brandschutzgründen möglicherweise einen
steinernen Untergrund.
Im Obergeschoss waren vermutlich alle Böden aus breiten
Holzdielen.
Der Stall und "Dehner" hatte die gleiche Dachhöhe wie der
Wohnteil. Die Dehner-Auffahrt befand
sich auf der Südseite direkt neben dem Wohnteil.

Heirat Eham · Manhart
Josef Eham heiratet Katharina Manhart. Einzige Tochter: Katharina Eham.

Josef Eham mit Ehefrau Katharina, 1892
19. Jahrhundert
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die offenen
Feuerstätten abgelöst. Ein Kamin ist an der
Stelle der Rauchhurre errichtet worden, um den Kachelofen
befeuern zu können. Ein zweiter Kamin
ist aufgrund der dann im nördlichen Fletz befindlichen Küche
errichtet worden. Beide Kamine
wurden oben durch das Dach geführt anstatt den Rauch unter dem
Dachstuhl entweichen zu lassen,
so wurde nutzbarer Lagerraum frei. Die nördliche Fletzmauer
wurde wohl im Zuge dessen ebenfalls
etwa einen Meter nach Westen versetzt, so dass eine
durchgehende Fletzmauer entstand. Die
zahlreichen Balken enden über der ursprünglichen Fletzmauer.

Generation Hofberger
Katharina Eham heiratet Markus Hofberger. Zwillinge Katharina und Markus werden geboren.

Großmutter und Enkelin
Katharina Eham (rechts) und ihre Enkelin Katharina, geb. Hofberger, am Hof.
Katharina Eham mit Enkelin, um 1930
Übergabe an die Enkelin
Großmutter Katharina übergibt den Hof an die Enkelin Katharina Hofberger. Heirat mit Anton Faltlhauser aus Aying — der Name Eham wird abgelöst.

Hochzeit Anton Faltlhauser und Katharina
Neuer Wirtschaftsteil
Im Jahr 1935 wurde der Wirtschaftsteil abgerissen und neu
errichtet. Es wurde an der Westseite eine
Vergrößerung des Wohnteils erreicht indem das Erdgeschoss an
der Westseite, mit einer
Speisekammer im Norden und einer weiteren Kammer im Süden,
erweitert wurde.
In der Speisekammer wurde in der Nordwestecke ein Plumpsklo
eingerichtet. Der Zugang erfolgte
laut Plan durch eine Tür über den Stall.
Die Böden in der Speisekammer und der neuen Kammer wurden mit
Beton oder Steinzeug
gefertigt.
Bei Errichtung des Wirtschaftsteils mit dem höhergelegenen Dach
wurde geplant das Wohnhaus
ebenfalls höher zu setzen, um mehr Raumhöhe zu gewinnen. Dafür
wurden in der
Feuerschutzmauer Auflagen für die Pfetten vorgearbeitet. Durch
den Beginn des zweiten Weltkriegs
wurde dieses Vorhaben jedoch nie verwirklicht.
1950
Um 1950 wurde die Küche im Erdgeschoss von der Nord- in die Südhälfte des Wohntrakts verlegt. Gleichzeitig wurde eine bestehende Durchgangstür zugemauert und verputzt. Auch die Durchgänge des Fletzes wurden verschlossen. Anschließend wurde in der nördlichen Erdgeschosswohnung eine Mietwohnung eingerichtet, die zeitweise vom Bergmann Müller und seiner Frau, der „Müllerweiwi“, bewohnt wurde.
Für die Mieter wurde ein Plumpsklo eingebaut, das durch eine vermutlich in Leichtbauweise errichtete Trennwand vom übrigen Raum abgetrennt war.
Das bereits 1935 in der Speisekammer eingebaute Plumpsklo erwies sich offenbar als unpraktisch und wurde deshalb an das hintere Ende des Stalls in den Streuschupf verlegt.
Die Bauernstube erhielt eine Verkleidung aus dunklen Holzpaneelen an Wänden und Decke.
Im Bereich der neuen Küche wurde der Fußboden entlang einer Wand gefliest, um dort eine Küchenzeile aufzustellen. Außerdem wurde die Treppe im Erdgeschoss an eine andere Stelle verlegt, um zusätzlichen Platz für die Küche zu schaffen.
Im ehemaligen Brennraum der Feuerstelle entstand ein kleines Badezimmer mit Badewanne und Waschbecken. Die Warmwasserbereitung erfolgte über die heißen Rauchgase des Küchenofens.

Westseite des Hofs.
1980
Mit dem Einzug von Anton Faltlhauser Junior in die Nordwohnung des Erdgeschosses erfolgten verschiedene Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen. Das ehemalige Plumpsklo wurde entfernt und ein zuvor abgetrennter Bereich wieder der Hauptwohnung angegliedert. Ein bestehender Durchgang wurde verschlossen und die Wand anschließend verputzt.
Zudem wurde ein Badezimmer eingebaut. Die neuen Innenwände wurden aus Porenbeton errichtet und die Oberflächen vollständig gefliest.
Weitere Räume der Nordwohnung erhielten einen Stahlbetonboden mit Fliesen- beziehungsweise Teppichbelag. Die Außenwände wurden innen flächendeckend mit Gipskarton-Styropor-Verbundplatten verkleidet.
Außerdem wurde eine Stückholz-Zentralheizung installiert. Für die Verlegung der Heizungsleitungen mussten mehrere Fußböden geöffnet werden, die anschließend mit Fliesen wiederhergestellt wurden.

