Der neue Eigentümer hat selbstständig die Denkmalbehörde einbezogen und nimmt einen zeitlichen Verzug der Baumaßnahmen bewusst in Kauf — zum Schutz der alten Substanz.
Vom Übergabetag zum Bauplan
Am 01.07.2024 wurde der land- und forstwirtschaftliche Betrieb samt Wohnhaus vom Vater an den Sohn übergeben. Das Wohnhaus soll für ein Bewohnen durch die Familie saniert werden.
Seit 2024 steht das Gebäude leer. Der Übergeber ist in ein Zuhaus gezogen. Auf Grundlage des Raumbuchs (Stand 13.02.2025, Version 2) erfolgt die Maßnahmenplanung Raum für Raum.
Substanz bewahren — Bewohnbarkeit schaffen
- · Erhalt der bauzeitlichen Holzblockstruktur
- · Rückbau von Einbauten der Nachkriegszeit, wo möglich
- · Dokumentation aller Bau- und Umbauphasen (1788, 19. Jh., 1935, 1950, 1980)
- · Denkmalverträgliche Haustechnik und Wärmedämmung
- · Wiederherstellung der Querflur-Erschließung
Raumbuch — Auszug
Bestand und Ziel
Das Grundgefüge aus dem Jahr 1788 ist gut erhalten, doch viele Einbauten aus den 1950er und 1980er Jahren verdecken das Alte und sorgen für Schwachstellen wie Schimmel und feuchte Wände. Ziel ist es, den Hof behutsam wieder bewohnbar zu machen, ohne die alte Bausubstanz zu verlieren.
Im Erdgeschoss liegen Küche, Wohnzimmer, ein kleineres Fernsehkammerl und ein Arbeitszimmer. Hier soll die Steinbaustruktur wieder sichtbar werden, spätere Einbauten zurückgenommen und die alte Querflur als verbindendes Element wiederhergestellt werden. Die beiden Kamine bleiben erhalten, schadhafte Wandverkleidungen und verbaute Nischen werden freigelegt und dokumentiert. Der Kachelofen wird mit moderner Technik neu errichtet.
Der nordseitige Gang und das bestehende Bad im Erdgeschoss werden neu geplant: Das alte Bad entfernt, die Speisekammer als Bad umgenutzt und Wände, wo sinnvoll, unverputzt belassen, damit der alte Holzblockbau lesbar bleibt. Der Gang unten, Treppe und Übergang zum Stall sollen ebenso freigelegt und funktional erschlossen werden. Technik und Heizraum erhalten eine denkmalverträgliche, moderne Haustechnik.
Überall gilt: erst dokumentieren, dann handwerklich eingreifen – damit die Geschichte des Hofes von 1788 bis heute nachvollziehbar bleibt.
